Wie kann die Flucht nach Europa verhindert werden?

Menschen fliehen, weil sie keine andere Wahl haben. Wie die Statistiken zeigen, entstammen derzeit weit über 70 Prozent der Asylbewerber in Belgien Regionen, in denen Terror und Krieg herrscht. Und dieser Krieg wird unter anderem mit belgischen Waffen geführt.

Das FAL-Sturmgewehr von FN in Herstal gehört beispielsweise zu den Waffen, die die Extremisten vom Islamischen Staat (IS) benutzen. Das Gewehr wurde in über 90 Länder weltweit verkauft, viele davon Krisenregionen. Die Herstal Group gehört zu 100 Prozent der Wallonischen Region. Das F2000 mit Granatwerfer von FN  fand seinen Weg von Belgien über Libyen nach Palästina und von dort vermutlich auch zum IS. Auch Abdelhamid Abaaoud, einer der Drahtzieher der Pariser Attentate, war im Besitz einer in Belgien hergestellten Waffe.

Belgien lieferte zudem in den vergangenen Jahren Waffen an Länder wie den Tschad, Libanon, Bahrain oder Indonesien und trug damit aktiv dazu bei, Krisen anzuheizen. Auch ein großer Teil der im Libyenkrieg verwendeten Waffen stammte aus Belgien und fand von dort seinen Weg in die Kriegsregionen. Wer möchte, dass Flüchtlinge in ihren Heimatländern bleiben, sollte also aktiv gegen FN Herstal und die belgische Exportpolitik protestieren.

Andere Flüchtlinge haben in ihre Heimatländern Hunger gelitten und keine wirtschaftliche Perspektive gesehen. Gerade letzteres scheinen manche Menschen nicht als Fluchtgrund anerkennen zu wollen. Dies ist mehr als widersprüchlich für eine Region wie Ostbelgien, die zu großen Teilen davon lebt, dass die Bewohner ihr Geld im Ausland verdienen.

Ostbelgier arbeiten zu Tausenden in Luxemburg und Deutschland, unterbieten immer wieder die dortigen Unternehmen mit niedrigen Löhnen. Jeden Morgen zieht eine nicht enden wollende Karawane von Firmenwagen und Lastwagen Richtung Grenze. Mehr als 6.000 Ostbelgier pendeln laut DGStat zur Arbeit nach Deutschland, mehr als 3.500 nach Luxemburg. Viele Hiesige ziehen auch ganz dorthin. Es sollte also ein wenig mehr Verständnis dafür aufgebracht werden, wenn auch andere Menschen sich wirtschaftlich verbessern wollen.

Wenn Sie Menschen in strukturschwachen Regionen unterstützen wollen, dann kaufen Sie beispielsweise Fair Trade Produkte. Damit wächst die Wahrscheinlichkeit, dass den Erzeugern Löhne gezahlt werden, von denen sie leben können. Natürlich gibt es auch hier Missbrauch, aber es gibt eine Menge zertifizierter Projekte, die das Vertrauen verdienen. Wer einen Pullover für 5 Euro bei Kik oder Primark kauft, muss sich nicht wundern, wenn die Menschen in den Erzeugerländern aus Perspektivlosigkeit in der Heimat besser bezahlte Jobs in Europa suchen.

Und spenden Sie an nachhaltig arbeitende Initiativen wie Viva con Agua, die in Afrika, Asien und Südamerika Brunnen bohren und die Menschen vor Ort schulen, diese auch wieder zu reparieren. Unterstützen Sie Ärzte ohne Grenzen,  die in Krisenregionen medizinische Versorgung gewährleisten. Oder helfen Sie Unicef, dem Kinderhilfswerk der Vereinten Nationen.

All dies trägt dazu bei, dass Menschen nicht ihr Leben auf der Fahrt über das Meer riskieren müssen und zu Hause bleiben können.