Wie viel kosten Asylbewerber den Steuerzahler?

Auf den ersten Blick mag es absurd erscheinen, aber Flüchtlinge füllen die Staatskassen und stellen einen immensen wirtschaftlichen Vorteil dar. Wirtschaftsexperten rechnen damit, dass sich die belgische Wirtschaftsleistung durch den Zuzug der Asylbewerber pro Jahr um 2 Milliarden Euro verbessert. Wie ist das möglich?

Der Zuzug zieht eine massive Förderung der heimischen Wirtschaft nach sich. So wurden 2014 vom belgischen Staat etwa 303,5 Millionen Euro für die Versorgung der Flüchtlinge zur Verfügung gestellt:

 

Kosten

 

Vom vorab bereitgestellten Budget von 303,5 Millionen wurden knapp 285 Millionen Euro tatsächlich abgerufen. Davon entfielen alleine 56 Millionen auf Personalkosten. Es wurden also zahlreiche Jobs für belgische Arbeitnehmer geschaffen. Das Geld für die Flüchtlinge fließt also zu einem großen Teil in die Taschen der im Flüchtlingsbereich arbeitenden belgischen Staatsbürger. Von dort geht es anschließend teilweise über gezahlte Lohnsteuer wieder zurück an den Staat.

Hinzu kommt die höhere Wirtschaftskraft der neu eingestellten belgischen Arbeitnehmer. Auch die führt zu mehr Konsum und damit zur Schaffung neuer Arbeitsplätze und zu neuen Steuern. Bei den meisten anderen Ausgaben sieht es genau so aus.

Egal ob bei der Verpflegung, der Nahrung oder anderen Dienstleistungen – der Staat nimmt einen großen Teil dieses Geldes wieder über Steuern, gesparte Sozialleistungen und die gesteigerte Wirtschaftskraft der Arbeitnehmer ein. Selbst die 7,40 Euro, die ein Erwachsener wöchentlich erhält, wenn er im Asylzentrum wohnt, werden zu großen Teilen wieder in heimischen Geschäften ausgegeben. Erwachsene Asylbewerber, die außerhalb des Zentrums leben, erhalten 60 Euro pro Woche für Nahrung und Lebenshaltungskosten. Auch dieses Geld gelangt zu großen Teilen in den Handel.

Bei den Ausgaben des Staates handelt es sich also um ein gigantisches Konjunkturprogramm, das fast ausschließlich die belgische Wirtschaft fördert. Experten rechnen damit, dass das belgische Bruttoinlandsprodukt dank der Flüchtlinge um 0,5 Prozent steigen wird. 2014 betrug die gesamte Steigerung nur 1,1 Prozent.

Langfristig werden die Einnahmen vermutlich sogar noch weiter steigen. Viele der derzeitigen Einwanderer verfügen über einen vergleichsweise hohen Bildungsgrad, gründen später Geschäfte und Unternehmen und zahlen in beträchtlichem Maße Steuern. So sorgten in Deutschland alleine 2012 die 6,6 Millionen Menschen ohne deutschen Pass  nach Abzug aller vom Staat geleisteten Sozialhilfen für einen Überschuss von insgesamt 22 Milliarden Euro.

Wem die 303,5 Millionen immer noch hoch vorkommen – die belgische Regierung hat gerade beschlossen, 9,2 Milliarden Euro für neue Kampfflugzeuge, Fregatten und Drohnen auszugeben. Geld, das im Gegensatz zur Flüchtlingshilfe vor allem in den Kassen ausländischer Konzerne landen wird.

 

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