Woher kommen die Asylbewerber nach Belgien?

Jeden Monat veröffentlicht das belgische Generalkommissariat für Flüchtlinge und Staatenlose (CGRA) transparent und übersichtlich die neuen Zahlen. Das CGRA ist offizieller Ansprechpartner des Flüchtlingshilfswerk der Vereinten Nationen (UNHCR). Da nicht jeder neu Ankommende auch gleich am Tag der Einreise Asyl beantragt und die Regierung manchmal länger braucht, um alle Anfragen zu erfassen, gibt es leichte Ungenauigkeiten. Diese sind aber nicht wirklich relevant für das Gesamtbild.

Aus den veröffentlichten Daten geht hervor, dass etwa 70 Prozent der Flüchtlinge, die derzeit in Belgien Asyl beantragen, aus den Bürgerkriegsregionen in Syrien, Afghanistan und dem Irak stammen. Die Prozentzahlen der folgenden Grafik stammen vom Oktober 2015:

Verteilung Belgien a

 

Unter den beiden zahlenmäßig größten Gruppen, den Syrern und Irakern, befinden sich sehr viele liberale Muslime, aber auch Christen, Drusen, Jesiden und Atheisten. Wie die Menschen aus Afghanistan und Somalia fliehen diese Menschen vor Krieg, Terror und Hunger in ihren Heimatländern.

Gerade unter der größten Personengruppe, den syrischen Asylbewerbern, befinden sich überdurchschnittlich viele hoch qualifizierte und akademisch gebildete Menschen, die vor den Angriffen der Armee oder des Islamischem Staates (IS) fliehen mussten. Die allgemeine Schulpflicht bis zum Alter von 15 Jahren galt auch für Mädchen.

Etwa die Hälfte der Schüler in Syrien war entsprechend weiblich. Auch unter den Universitätsbesuchern waren 50 Prozent Frauen. Bildungsforscher sehen das Niveau der Ausbildung in Syrien allerdings unter dem der europäischen.

Im Gegensatz zu vielen Nachbarländern gab es in Syrien vor Beginn des Krieges ein friedliches Miteinander der Religionen.

 

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